Eine Nacht in Bangkok

Nach einem sehr langen aufreibenden und wenig bequemen Flug von 9 Stunden landen wir in Bangkok. Von Beinfreiheit und Komfort kann man nicht unbedingt sprechen, denn durch die beengten Sitzmöglichkeiten bei Aeroflot war kaum an schlafen zu denken. Hinzu kam ein dauerhaft unagenehmer Käsegeruch, den wir auf drei Herren in den Reihen vor uns zurückführen konnten. Diese Duftnote begleitete uns konstant über den gesamten Flug und hat wohl nicht nur uns gestört, denn ein junger Russe und sämtliche Fluggäste um ihn herum haben sich so lange über den Gestank beschwert bis die Stewardessen letztendlich mit Duftspray anrücken mussten und es dem Herren mit den schlimmsten Käsefüßen drauf gesprüht haben. Ebendieser war wohl im Übrigen stark alkoholisiert und wurde schließlich auf die Sitzreihe vor uns verbannt... juchuuu. Dort ist er dann einigermaßen ausgenüchtert - mit Aeroflot wird er in Zukunft wohl aber nicht mehr fliegen können. Dort darf man nämlich keinen eigens mitgebrachten Alkohol trinken.

Um 10.30 Uhr Ortszeit kommen wir dann etwas geschafft und übermüdet bei tropischen 30 Grad in Bangkok am Flughafen an. Extremer hätte der Temperaturanstieg nicht sein können, deshalb runter mit den Winterklamotten und möglichst im Handgepäck verstauen bevor wir den Flieger verlassen. Mit voll gepackten Taschen und einem Glückkeks im Gepäck: "You will take a chance in something in the near future", kann eigentlich nichts mehr schief gehen bei unserem bevorstehenden zweiten Citytrip innerhalb weniger Stunden.

Problemlos finden wir das Hotel (Evi war schon einmal dort) und nach einem kurzen Mittagsschlaf kann es nun losgehen mit der Entdeckungstour. Mit dem Shuttleservice vom Hotel "SabaiSabai@Sukhumvit" geht es in die Stadt. Allein die Fahrt dort hin ist schon fast ein Spektakel für sich, der Verkehr ist scheinbar so durcheinander, dass es für uns als Deutsche kaum möglich wäre den Überblick zu behalten. Zum Glück sind wir nur Passagiere und müssen nicht selber fahren, denn hier zählt allein die Kommunikation unter den Autofahrern und den Verkehrspolizisten, deren Job man selber nicht machen möchte. Letztendlich kommen wir trotz überfüllter Straßen sicher ans Ziel. Leider überrascht uns bei der Ankunft ein heftiger Regenschauer. Wie aus Eimer schüttet es und nachdem wir uns das Busticket für unser nächstes Ziel: Koh Chang (eine Insel ca. 6 Stunden mit dem Bus von Bangkok entfernt) besorgt haben, müssen wir leider mitten durch. Einmal komplett durchnässt erreichen wir die nahe gelegene Mall "Gateway", die sich als Unterschlupf bei dem Regen am besten eignet.

Da der Abend anbricht, wird es Zeit für unser Abendessen und wir entscheiden uns typisch asiatische Snacks bei einem der vielen Foodcords auszuprobieren. Unsere Wahl fällt auf Reisteigröllchen mit verschiedenen Füllungen. Bei der Bestellung werden wir von einem Thailänder unterstützt, der für uns auf Thai übersetzt und bei der Entscheidung hilft. Am wählfüllung, doch ob er da unseren Geschmack trifft?!? Dazu nehmen wir noch jeweils Schweinefleischspieße in zwei verschiedenen Varianten. Dann mal ran an die kulinarischen Köstlichkeiten.

Die Schweinespieße sind sehr schmackhaft, die Röllchenvariationen hingegen eher Geschmackssache. Fazit: die uns wärmsten empfohlene Rolle mit dem Chinakohl - oder was genau es auch immer war - trifft definitiv nicht unsere Geschmacksnerven. Einfach schnell runterschlucken bevorSchlimmeres passiert heißt da die Devise, doch Evi tut sich damit mehr als schwer, obwohl ich sie vorgewarnt habe. Augen zu und durch! Zur Wiedergutmachung gönnen wir uns fünf verschiedene Macarons und später noch einen gerollten Crêpe mit Banane und Schoko- oder Sahnecreme - was für eine Sünde!

Bevor wir uns dazu entschließen die lang ersehnte Massage über uns ergehen zu lassen, schlendern wir noch ein wenig durch die Mall und nehmen das modische Sortiment unter die Lupe. Definitiv ist hier alles schmaler und kürzer geschnitten, da muss man ideale Maße haben um da noch reinzupassen.

Wir lassen uns jetzt erstmal verwöhnen mit einer typischen Thai-Massage. Oh je! Ich bin doch verspannter als gedacht und ganz so entspannt wird meine erste Thai-Massage doch nicht, ich fühle mich danach eher etwas verbogen und noch unbeweglicher als vorher, aber das wird sich sicher noch entspannen. Spätestens nach dem Tee, den wir als Abschluss erhalten, sollten wir tiefenentspannt sein.




Der Heimweg steht uns bevor und die etwa 5 Kilometer fühlen sich wie eine Ewigkeit an. Doch so können wir weitere Eindrücke vom nächtlichen Treiben im Bangkok in uns aufsaugen und vor allem an den vielen Essensständen entlang maschieren, um viel kurioses, abschreckendes und appetitanregendes zu sehen. Probieren werden wir heute allerdings nichts mehr. Gucken macht in diesem Fall auch satt, außerdem haben wir ja bereits gespeist. Dennoch ist es faszinierend wie die hygienischen und technischen Zustände an den einzelnen Ständen sind, so etwas dürfte man in Deutschland definitiv nicht betreiben. Deshalb heißt es wohl auch "Andere Länder, andere Sitten".


Auf unserem Heimweg kommen wir auch an einem kleinen Nachtmarkt mit improvosierten Ständen ähnlich einem Flohmarkt vorbei. Der Markt mündet in ein Künstlerviertel. Eine Ecke Bangkoks, in der Streetart die Wände ziert, diverse Skulpturen aus verschiedensten Materialien rumstehen und uns somit einige schöne Motive bietet. Ein Ort, den wir so nicht erwartet hätten. Manchmal führt einen die Planlosigkeit doch an sehr spannende und aufregende Orte.










Bangkok ist in vielerlei Hinsicht auf jeden Fall eine Stadt der Superlative und Gegensätze. Von unseren Eindrücken und kulinarischen Erlebnissen erledigt, fallen wir wenig später müde ins Bett.

- Steffi

10 Stunden Moskau

Düsseldorf Flughafen, es ist 4.30 Uhr und wir sind bereit für Russland - Moskau um genau zu sein. Dank unseres Transitvisums sollte dem Kurztrip nichts mehr im Wege stehen. Es kann also um 6.05 Uhr Ortzeit in die weite Welt gehen. Pünktlich eingecheckt und die Sicherheitskontrolle reibungslos überstanden, sitzen wir bereit zum Abflug im Flieger. 3 - 2 - 1 es kann los gehen und schon heben wir ab!

Angekommen am Moskauer Flughafen - Ortszeit 10.30 Uhr - heißt es erst einmal orientieren (schwieriger als gedacht, denn jedes Schild und jegliche Beschriftung ist konsequent auf kyrilisch), als nächstes natürlich Geld wechseln - ganz wichtig. Also geht es auf die Suche nach einem Exchange Room und daraufhin geht die Suche weiter - ein Schließfach, das könnten wir ganz gut gebrauchen (macht den Kurztrip deutlich angenehmer, ohne schweren Rucksack auf dem Rücken). Genügend Rubel füllen den Geldbeutel und das Schließfach ist auch schon in Sicht, aber ganz so einfach wird es nicht. Man sagt ja Frauen und Technik, aber Frauen und Technik mit russischer Anleitung, das ist glaub ich die größere Herausforderung. Doch eins verstehen wir den großen Pfeil, der zu einer Klingel zeigt. 2 min später steht ein Schließfachfachmann neben uns. Natürlich kann er nur Russisch und wir nur Englisch, dann versuchen wir es eben mit Händen und Füßen. Wenigstens das hat geklappt! Nach gefühlt einer viertel Stunde sind die Sachen verstaut.  Alles erledigt!

Mit dem  Aeroexpress-Ticket in der Tasche kann es los gehen: Ziel ist der Rote Platz. Zum Glück fährt der Aeroexpress, auch Аэроэкспресс genannt, direkt in die Stadt. Also gestaltet sich die Fahrt ganz easy. Es dauert ungefähr eine halbe Stunde, also bleibt genug Zeit von unserem 10 stündigen Aufenthalt für den Citytrip. Wir sind angekommen! Supi und jetzt? Wo sind wir überhaupt? Am Bahnhof, wir vermuten es ist der Hauptbahnhof. Also erstmal raus hier! Vielleicht kommt man ja zu Fuß zum Roten Platz... oder vielleicht auch doch nicht!? Was machen wir denn jetzt? Wir wissen beim besten Willen nicht, wo wir gerade in Moskau stecken und wie wir zu unserem Ziel kommen. Ganz einfach! Wir brauchen einen Plan. Das heißt als erstes eine Karte muss her. Mal wieder versteht uns kein Mensch, aber die altbewehrte Methode Hand-und-Fuß-Kommunikation kommt zum Einsatz und scheint sich auch dieses Mal auszuzahlen. Die Straßenstandverkäuferin scheint uns trotz der Sprachbarriere irgendwann zu verstehen. Das schließen wir daraus, dass sie sogar versucht uns mit der Karte (die wir gerade für 60 Rubel gekauft haben und die natürlich nur auf russisch ist) zu erklären wo wir hin müssen. Sie war sehr bemüht, doch leider konnten wir nur einen Bruchteil verstehen, der uns aber letztendlich doch weiter geholfen hat.

Nachdem wir ein wenig verwirrt umher geirrt sind, haben wir das richtige Transportmittel entdeckt - die Metro. So, die nächste Frage stellt sich direkt wieder: Welche Station ist nun die richtige? Gut, gehen wir die Sache logisch an und versuchen die Schriftzeichen zu vergleichen mit denen, wovon wir denken, dass es die richtige Station ist. Zum Glück hat uns die Verkäuferin diese auf der Karte gezeigt und es scheint die Richtige zu sein. Aber sicher ist sicher! Deshalb fragen wir am besten nochmal jemanden, der aussieht als könnte er Englisch. Naja, das war dann zwar doch nicht der Fall, aber der befragte Passagier gibt sich redliche Mühe. Auf russisch-englisch oder irgendetwas in der Art versucht er uns klar zu machen, dass es noch 4 Stationen sind, so wie wir es uns gedacht haben. Letztendlich entscheidet er sich spontan dazu, uns persönlich in die Nähe des Roten Platzes zu bringen. Er lässt uns neben einer Karte stehen - die Erste, die auch auf Englisch übersetzt ist - und zeigt uns wo wir unser Ziel, den Roten Platz, finden. Dann noch einmal ein kurzer Blick auf die Karte. Es geht los! Zu Fuß sind es nun keine 10 min mehr.



Da wir nur wenige Stunden in Moskau haben, versuchen wir viel rund um den Roten Platz zu sehen. Die Architektur, besonders die des historische Museums, des Kremls und der Basilius-Kathedrale, so wie des Luxuskaufhauses GUM am Roten Platz sind beeindruckend und erinnert ein bisschen an tausend und eine Nacht. Die Zuckerhüte der Basilius-Kathedrale konnten wir schon zu Beginn unseres Fußmarsches sehen und auch sie werden eines unserer Fotomotive sein.
Der einzige Grund warum wir den Platz nach fleißigem Geknippse letztendlich verlassen müssen, ist die Kälte. Wir suchen ihretwegen Schutz im Gemäuer der Basilius-Kathedrale, denn langsam frisst sie sich durch unsere Wintermäntel. Der Temperaturschock - von fast 20 Grad in der Heimat und 0 Grad hier - scheint doch größer zu sein als gedacht.

Der Abstecher in die Basilius-Kathedrale ist auf jeden Fall lohnenswert und mit 100 Rubel für Studenten oder 200 für Erwachsene keine kostspielige Angelegenheit. Die Wandmalereien, Ikonen- und Heiligenstatuen sowie Schnitzerein führen einem das handwerkliche Können der Bauherren des Gebäudes vor Augen. Besonders überwältigend ist jedoch ein Männerchor, der dort regelmäßig im höchsten Raum der Basilika singt. Der Moment als der erste Ton erklingt ist überraschend laut und sorgt ganz schön für Gänsehaut.
Die Kathedrale ist durch die vielen verschachtelten Räume und Gänge fast wie ein Labyrinth. Es scheint als würde sich hinter jeder Ecke eine neue Verwinkelung verbergen oder auch ein weiterer Ausgang.



Leider ist es in der Kathedrale nicht viel wärmer als draußen, weshalb wir fast schon tiefgefroren und halb verhungert die Suche nach einem gemütlichen Café antreten. Doch unserer Wunschvorstellung eines solchen gerecht zu werden ist gar nicht so einfach wie gedacht. Besonders schwierig fällt die Suche, wenn man ohne Internet da steht, ohne das heutzutage ja scheinbar gar nichts mehr geht. Bei unserer Suche legen wir dann doch nochmal kurzerhand einen Zwischenstopp in einem Souvenirshop ein.
 Ich hätte nämlich so gerne eine Barbuschka (alias Matroschka). Oder vielleicht will ich doch lieber einen kleinen Anhänger mit einer Barbuschka oder einen Anstecker mit gleich mehreren oder doch den Kinderrucksack mit einer ganz großen aufgenähten?! Am besten alles und Postkarten kommen auch noch dazu - für die Daheimgebliebenen. Jetzt bin ich glücklich! Aber noch glücklicher, wenn wir was zu Essen finden. Also weiter geht`s!



Ab ins warme Kaufhaus GUM und dann gibt es erstmal ein Eis. Passt zwar nicht zu den Außentemperaturen, sieht aber zu verlockend aus. Vor allem weil das Eis anders als bei uns daheim aussieht und uns so noch mehr reizt. Die Kugeln sitzen perfekt geformt immer nur einzeln auf der Waffel - man muss sich also entscheiden welche Sorte es sein darf. Wir wollen Blaubeere. Sehr zu empfehlen! Schmeckt fast ein bisschen wie Fruchtzwergeeis und weckt Erinnerungen.

Es wird langsam dämmrig und die Zeit in Moskau neigt sich dem Ende, deshalb müssen wir jetzt auch endlich ein Café finden. Ab ins nächste Kaufhaus, eins das auch für uns bezahlbar ist. Da endlich ein Café! Die Karte sieht traumhaft aus! Dann aber die große Ernüchterung! Erst werden wir nicht beachtet und dann gibt es auch mal wieder Verständigungsprobleme. Zum Glück besteht die Karte fast nur aus Bildern, das macht es uns einfacher! Das Essen kommt! Von Nahem und in echt sieht es leider nicht mehr aus wie auf den perfekten Bildern, denn leider schmeckt es nicht und ist zudem auch noch kalt. Schade, ein Gaumenschmaus war das nicht! Dann gibt es eben kein Trinkgeld und auf (nimmer) wiedersehen Café "Coffee Shop".

Wir müssen los, es ist schon fast 18 Uhr. Der Flughafen ruft uns, denn heute soll es auf jeden Fall noch nach Bangkok gehen. Juhhu, Bangkok! Ok, Moment! Stopp! Hier gibt es WLAN! Schnell ein paar Nachrichten an Familie und Freunde und dann aber zackzack raus aus dem Kaufhaus.

Die Nacht ist angebrochen und Moskau sieht gleich nochmal schöner und fantastischer aus. Wir müssen definitiv noch Fotos schießen, bevor wir die Rückreise antreten. Die Zeit rennt. Der Rote Platz erstrahlt in einem Lichtermeer und es sieht fast schon weihnachtlich aus. Doch wir müssen Abschied nehmen, denn der Flieger wartet nicht!
Zurück in der Metrostation lernen wir dann die abendliche Rush-Hour Moskaus kennen. Das ist mit Sicherheit nichts für jemanden, der an Klaustrophobie leidet. Da wird gedrückt und gepresst, bis man in die Bahn rein passt und wenn man nicht aufpasst, wird man auch wieder hinauskatapultiert, wenn man an der nächsten Haltestelle nicht schnell genug denen aus dem Weg geht, die raus wollen. Vor den Rolltreppen sind ganze Menschenstaus und wir beide kriegen es doch zwischendurch etwas mit der Angst zu tun. Dagegen ist die volle KVB-Bahn im Winter rein gar nichts!



Im Zug zurück zum Flughafen treffen wir die ersten Deutschen auf unserer Reise. Evi führt ein spannendes Gespräch über die orthodoxe Kirche, Märchen, Liebe und so philosophieren der orthodoxe Kirchenvertreter und Evi bis wir am Ziel sind.

Im Flughafen müssen wir noch das Schließfach bezahlen - vollkommen vergessen. Also Geld muss her! Exchangerooms are closed! OK, die Kredikarte muss herhalten. Gezückt und Geld abgehoben. Na toll reicht natürlich nicht! Also noch ein zweites Mal! Jetzt aber!
Der Schließfachfachmann muss uns dann aber doch nochmal aus der Patsche helfen. Dieses Mal versteht er uns schon viel besser. Wir scheinen schon geübt zu sein in non-verbaler Kommunikation. Die Rucksäcke zusammengepackt und auf geht es weiter Richtung Gate.

Dort angekommen laden wir erstmal Bilder auf den PC und schauen sie uns an. Was ist eigentlich mit unserem Flug? Der Schalter ist immer noch nicht offen, eigentlich müsste das Boarding beginnen. Ich schau´ mal nach! Oh, nein! Das Gate wurde einfach gewechselt und schon geht die Rennerei los. Mist es sind 10 Gates zurück! Ob wir das noch schaffen? Kurz bevor wir den Schalter erreichen, werden wir auch noch namentlich ausgerufen. Vollkommen geschafft erreichen wir den Flieger und  sinken dort in unsere Sitze. Wir haben es geschafft! Weiter geht es nach Bangkok.

- Steffi

Transit-Tortur : Tipps für einen russischen Visumsantrag

Als wir unsere Flüge gebucht haben, wollten wir unbedingt die Gelegenheit nutzen uns sämtliche Zwischenstops genauer anzuschauen. Es ergab sich, dass wir die Möglichkeit hatten, Moskau zu besuchen. Der Rote Platz war schon immer reizvoll, aber wann kommt man schon einmal nach Moskau? Dann doch lieber Barcelona, Rom oder Stockholm, wenn man einen Citytrip macht.



Wir brauchten ein Transitvisum, um den Moskauer Flughafen verlassen zu dürfen, was sich als eine ziemliche Tortur herausstellte, da die russischen Behörden den deutschen scheinbar ähnlich sind. Während man als Deutscher in die meisten Länder sogar ohne Visum einreisen oder ein solches online unproblematisch beantragen kann, muss man für ein russisches Transitvisum einige Schritte beachten.

Es gibt in Deutschland mehrere Anlaufstellen, um ein Visum zu beantragen.
Je nachdem wie lange man sich im Land aufhalten möchte, muss man ein bestimmtes Visum wählen. Da wir aber nur wenige Stunden in Moskau vebrachten, reichte das Transitvisum, was uns immerhin mit Bearbeitungsgebühr stolze 60€ gekostet hat.

Die Behörde benötigt dafür einen Antrag, den man online ausfüllt, abspeichert und ausgedruckt mitbringt, wenn man der ausgewählten Anlaufstelle schließlich einen Besuch abstattet. Das Problem für uns war, dass es in Bonn laut Internet zwei Anlaufstellen gibt, deren Adressangaben sich jedoch überschneideten, weshalb wir letztendlich total verwirrt waren und auf gut Glück ohne Termin zur VHS-Stelle fuhren. Dort kümmerte sich dann eine junge Dame mit Engelsgeduld um unser Belangen, denn obwohl wir uns vorher informiert hatten, fehlte ein Teil der für den Visumantrag benötigten Dinge. So wollte man von uns neben dem korrekt ausgefüllten Visumsantrag (was schwerer ist als man denkt), auch einen Bankkontoauszug, ein Flugticket aus dem Land, den Nachweis über eine Auslandskrankenversicherung (über 30000€ Versicherungsschutz), ein Passbild,  sowie einen bei der Einreise mindestens noch 6 Monate gültigen Reisepass haben.

Das Visum wird auf eine Seite des Passes geklebt, den Pass selber kann man sich nach einigen Tagen entweder selber abholen oder sich gegen Gebühr zuschicken lassen.

Letztendlich haben wir es mit Hilfe der netten Dame geschafft und wie wir inzwischen festgestellt haben, hat sich der Aufwand tatsächlich gelohnt, denn der Rote Platz mit all seinen schönen Gebäuden war definitiv einen Besuch wert. Mehr zu unserem Citytrip dorthin gibt es bald. :)

Hier findet ihr mehr Informationen, falls ihr ebenfalls Interesse daran habt euch eine nicht ganz so typische Touristenstadt anzuschauen: VHS Germany

- Evi

Ich packe meinen Koffer...

... und los geht's! Mit voller Kraft voraus in unser Abenteuer. Die wichtigsten Sachen gepackt, die Liebsten verabschiedet und schon geht es mit voller Motivation Richtung Moskau, um die Reise dann über Thailand und Kuala Lumpur bis nach Melbourne fortzusetzen. Moment... Motivation? Um 4 uhr morgens? Was war das noch einmal? Haben wir eigentlich alles dabei? Wo ist nochmal der verdammte Pass? Die Augenlider auf Halbmast stolpern wir durch den Düsseldorfer Flughafen, geben unser Gepäck auf (Was? Nur 16kg? Wie geht das denn?) und die Dame am Schalter wundert sich, wieso wir am selben Tag aus Moskau abreisen wie wir auch anreisen. Ja, das geht, wir haben nämlich ein kostspieliges Transitvisum, das uns jede Menge Nerven, Zeit und Kilometer mit dem Auto gekostet hat.



Da wir unsere Flüge alle einzeln gebucht haben, konnten wir nicht nur einiges an Geld sparen, sondern auch diverse Zwischenstops einplanen. So haben wir in Moskau rund 10 Stunden Aufenthalt, in Thailand ganze sechs Nächte und in Kuala Lumpur haben wir ebenfalls die Möglichkeit einige Stunden in die Stadt zu fahren. Das eigentliche Ziel ist jedoch Australien, wo wir Work & Travel machen möchten. Das haben wir entschieden... so ganz spontan... vor 2,5 Monaten. Selbstverständlich hat die Planung dafür total problemlos funktioniert und auch jetzt haben wir wirklich den Durchblick - nicht!

Die erste Strecke von Düsseldorf nach Bangkok über Moskau legen wir mit der russischen Airline "Aeroflot" zurück, den zweiten Teil von Bangkok nach Melbourne über Kuala Lumpur mit der Billig-Airline AirAsia. Während der Zeit in Thailand werden wir jeweils die erste und letzte Nacht in Bangkok verbringen, die 4 dazwischen auf Koh Chang.

Zurück zum Flughafen. Es fließen zwar keine Tränchen, aber einen sehr traurigen Moment gab es da schon. Mein wichtigster Travelmate, mein heißgeliebter Teddybär, der mich die letzten Jahre einmal um die halbe Welt und zu sämtlichen Reisen begleitet hat, lag warm und kuschelig in meinem Bett, statt eingequetscht in meiner Tasche um sein nicht existentes Leben zu bangen... vielleicht ist es nun auch Zeit für mich erwachsen zu werden.

Kennt ihr dieses Kribbeln im Bauch, wenn man durch die Sicherheitskontrolle geht? Dieses Gefühl, dass man gerade endgültig in ein neues Abenteuer startet und Dinge erleben wird, von denen viele nur träumen können? Wir wollen jeden an unserem lebendig gewordenen Traum teilhaben lassen und schreiben nun deshalb diesen Blog. Wenn euch unsere Geschichten gefallen, freut uns das. Wir haben jedenfalls schon jetzt jede Menge Spaß.

Der Flieger dreht die Turbinen auf, rast über die Startbahn und hebt ab und nun ist es offiziell: wir sind unterwegs!
- Evi